„Wer Bekenntnisse will, soll in die Kirche gehen“

[…] Allerdings gibt es auch Zeichen für ein außenpolitisches Entgegenkommen, sogar von Linken, die als skeptisch gegenüber einer Regierungsbeteiligung gelten und als weniger kompromissbereit. Wenn Olaf Scholz Bekenntnisse wolle, „soll er in die Kirche gehen“, sagte zwar Parteivize Tobias Pflüger am Dienstag im Deutschlandfunk. Doch auch er gab sich gesprächsbereit. Es müsse viel mehr über Inhalte gesprochen werden, etwa über ein Ende der Auslandseinsätze, über Abrüstung und Kürzungen der Militärausgaben, sagte er. […]

Aus: Süddeutsche Zeitung, 15.09.2021

07.40 Uhr: Der verteidigungspolitische Sprecher der Linken, Tobias Pflüger, verweigert das von SPD und Grünen geforderte Bekenntnis zur Nato als Voraussetzung für eine mögliche Koalition. »Es ist so, dass Olaf Scholz von der Linken ja Bekenntnisse fordert. Und wenn er Bekenntnisse haben will, soll er in die Kirche gehen«, sagt der Parteivize im Deutschlandfunk. Es müsse viel mehr über Inhalte gesprochen werden, etwa über ein Ende der Auslandseinsätze, Abrüstung und Kürzung der Militärausgaben. »Wir fordern, dass das Zwei-Prozent-Ziel der Nato eben nicht mehr die Leitschnur sein soll«, betonte Pflüger.

Aus: Spiegel Online, 15.09.2021

verbalie zur wahl: „Wenn er Bekenntnisse haben will, soll er in die Kirche gehen“

Das meinte Tobias Pflüger, der stellvertretende Parteivorsitzende der Linken, im Deutschlandfunk zu der sich in Dauerschleife wiederholenden Förderung des SPD-Kanzelkandidaten Olaf Scholz, die Linke möge doch bitte die Nato knorke finden.

Aus: taz – die tageszeitung, 15.09.2021, S. 2

Deutsche Linke lehnt Bekenntnis zur Nato ab: Der verteidigungspolitische Sprecher der deutschen Linken, Tobias Pflüger, verweigert das von SPD und Grünen im Bundestagswahlkampf geforderte Bekenntnis zur Nato als Voraussetzung für eine künftig mögliche Regierungskoalition.

Quelle: APA/Reuters via Dolomiten, 15.09.2021, Seite 2

 

[…] Scharfe Kritik kam von Tobias Pflüger, verteidigungspolitischer Sprecher der Linksfraktion. »Eine Zustimmung zu diesem Bundeswehr-Einsatz war für mich völlig ausgeschlossen«, sagte er gegenüber jW. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe den Einsatz in Afghanistan klar mit »›All-in-one-Mandat‹, ›robust mit Evakuierung‹«, versehen, es handle sich also um »einen Kampfeinsatz«. Das Mandat laufe noch bis Ende September. Gefährdete Afghanen aus dem Land zu holen, das sei mit ihm kaum gemeint, so Pflüger. »Die Sachlage sprach für mich somit für ein klares Nein.« Dafür habe er innerhalb von Partei und Fraktion gekämpft. Für eine weitgehend geschlossene Abstimmung sei vereinbart worden, sich zu enthalten. »Dazu habe ich mich dann auch noch bereit erklärt«, sagte Pflüger.

Wer der SPD schöne Augen mache, müsse wissen, dass deren Kanzlerkandidat Olaf Scholz »längst der Industrie noch mehr Geld für die Bundeswehr versprochen und dem milliardenschweren Kampfflugzeug FCAS zugestimmt hat«. SPD und Grüne zeigten auch mit ihrem »NATO-Bekenntnis-Zwang«, dass sie für Aufrüstung stünden. »Die Russophobie der Grünen und ihre Bereitschaft, insbesondere gegen Russland aufzurüsten, sind unübersehbar«, so Pflüger. […]

Aus: junge Welt, 15.09.2021, S. 4