Der Afghanistan-Einsatz muss aufgearbeitet werden

Tobias Pflüger zum Vorschlag der Wehrbeauftragten Eva Högl, eine Enquete-Kommission zur Evaluierung des Afghanistan-Einsatzes in der nächsten Legislaturperiode einzusetzen:

Grundsätzlich ist der Vorschlag gut. Die spannende Frage ist, ob in einer solchen Enquete-Kommission tatsächlich auch eine kritische Aufarbeitung des gesamten Bundeswehreinsatzes über die letzten 20 Jahre erfolgen kann und würde, da bin ich etwas skeptisch, aber wir werden als LINKE dann dafür kämpfen.

Es gibt viel aufzuarbeiten: Das geht von den geheimen KSK-Einsätzen, über die Tötung von Zivilisten u.a. bei den Tanklastern bei Kundus, über die Ausbildung der afghanischen bewaffneten Kräfte von Militär und Polizei und deren Agieren bis hin zu Themen, wie der Zerstörung des Landes auch durch den Nato-Einsatz und die fatalen Auswirkungen der NATO-Präsenz auf die einfache Bevölkerung in Afghanistan. Die angeblichen Fortschritte müssen klar hinterfragt werden. Und es muss erklärt werden, warum man nun die militärische Infrastruktur z.B. am Flughafen in Kabul ausgerechnet an Länder wie die Türkei, Pakistan und Ungarn übergibt. Dieser Einsatz der Bundeswehr ist ein solches Desaster, dass Aufarbeitung dringend nötig ist, doch das sollte auch zu Ergebnissen und Konsequenzen führen, wie z.B. dass davon abgelassen wird immer neue Auslandseinsätze zu beginnen und damit in ähnlicher Weise Länder an die Wand zu fahren wie jetzt in Mali und keine neuen Auslandseinsätze mehr zu beginnen.