Schriftliche Frage zur Autonomie der Eurodrohne

Frage von Tobias Pflüger an die Bundesregierung: In welchem Umfang soll die Eurodrohne, über deren Entwicklung und Produktion der Deutsche Bundestag demnächst entscheiden soll (Plenarprotokoll 19/217, meine mündliche Frage 71), nach Willen der Bundesregierung hardwareseitig auch für Kampfeinsätze „autonomy ready“ sein, also ohne menschliches Zutun bestimmte Routinen erledigen können, und welchen Autonomiegrad strebt die Bundesregierung für das Future Combat Air System (FCAS) an, über das wir Abgeordnete ebenfalls in diesem Jahr entscheiden sollen (Bundestagsdrucksache 19/26997)?

Antwort des Parl. Staatssekretärs Thomas Silberhorn vom 14. April 2021:

Die Eurodrohne wird als ferngelenktes und nicht autonom agierendes Luftfahrzeugsystem ausgelegt. Sie ist im Falle einer späteren Bewaffnungsentscheidung nicht dafür vorgesehen, Kampfeinsätze ohne die aktive Einbindung der Luftfahrzeugbesatzung durchführen zu können. Daher wird sie mit keinen derartigen hardwareseitigen Vorkehrungen ausgerüstet.

Im Projekt „Future Combat Air System“ liegt ein Augenmerk auf der zukunftsweisenden, echtzeitnahen Auswertung und Darstellung von Informationen aus verschiedensten Datenquellen. Hierzu ist aus Sicht der Bundesregierung die Anwendung von künstlicher Intelligenz ein wesentlicher Baustein zu deren sinnvoller Verknüpfung und übergreifender Bewertung. Auf der Basis möglicher Handlungsempfehlungen bleibt die Verantwortung für eine Entscheidung jedoch unverändert beim militärischen Führer. Eine Handlungsautonomie von Systemen ohne die Einbindung des Menschen ist nicht vorgesehen.

Quelle: https://dserver.bundestag.de/btp/19/19220.pdf