Pflüger: Rechte Bundeswehr-Netzwerke gehören aufgelöst

Mi 01.07.2020, 07:05, zum Audio-Interview

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) plant eine Teilauflösung des KSK nach massiven Vorwürfen rechtsextremistischer Tendenzen. Für Tobias Pflüger ist dies aber nur die Speerspitze des Problems, so der stellvertretende Parteivorsitzende der Linken und Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages.

Besonders im Bereich der Ausbildung hätten sich rechte, rechtsextreme und neonazistische Akteur*innen festgesetzt, so Pflüger. „Toxic Leadership“, wörtlich „giftige Führung“, beschreibt dabei einen Führungsstil mit verfassungsfeindlicher Gesinnung innerhalb der Truppe.

Die Teilauflösung des KSK sei „folgerichtig“, sagte Pflüger. Doch das Problem beim KSK sei nur eine Speerspitze und nach wie vor ungelöst. Innerhalb der Bundeswehr hätten sich rechtsextreme Netzwerke gebildet, diese stünden zudem im Verdacht, Munition in hoher Stückzahl entwendet zu haben. Einige rechtsgesinnte Akteure des KSK seien zudem weiterhin auf verantwortungsvollen Posten innerhalb der Bundeswehr zu finden. Es müsse schnell gehandelt werden, so der Linken-Politiker.

Aus: rbb inforadio, 1.7.2020