Badische Zeitung: Wie wirkt sich der Streik an der Uniklinik auf Patienten aus?

„Im Mittelpunkt des Tarifkonflikts steht die Forderung der Arbeitnehmerseite, die Personalausstattung in den Kliniken spürbar aufzustocken und künftig systematisch gegen Unterbesetzung vorzugehen. Der Freiburger Bundestagsabgeordnete Tobias Pflüger (Die Linke) hat sich öffentlich hinter diese Forderung gestellt. Auch die Bundesregierung sei gefordert – sie solle mit Steuergeld zusätzliche Pflegekräfte finanzieren.“

Wie wirkt sich der Streik an der Uniklinik auf Patienten aus?
Von Holger Schindler, Mi, 13. Dezember 2017 um 17:29 Uhr

Am treten Mitarbeiter der Uniklinik Freiburg in Warnstreik um für bessere Personalausstattung der Großkrankenhäuser zu demonstrieren. Patienten wird geraten, andere Notaufnahmen zu nutzen.

Patienten werden nicht zu Schaden kommen in Folge des Uniklinik-Warnstreiks am Donnerstag. Das teilt die Leitung des Klinikums mit. Man habe mit der Gewerkschaft Verdi, die den Ausstand organisiert, eine entsprechende Notdienstvereinbarung geschlossen. Im Zusammenhang mit den aktuellen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Unikliniken in Baden-Württemberg wird auch die Uniklinik Freiburg bestreikt.

Wie viele der rund 10 000 Freiburger Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter die Arbeit niederlegen, lässt sich vorab nicht sagen. Laut Verdi wird es aber zu beträchtlichen Einschränkungen kommen, gerade beim OP-Betrieb (die BZ berichtete). Die Klinikleitung betont, dass alle notfallmedizinischen Eingriffe, Intensivpflege und dringenden Operationen dennoch stattfinden werden. Das gelte auch für die Versorgung in der Geburtshilfe. Patienten sollten sich aber während der Streikzeit auf längere Wartezeiten einstellen.

Das betrifft auch den Blutspendedienst. Patienten sollen auf andere Notaufnahmen ausweichen

Wer Blut spenden will, wird gebeten, auf die regulär besetzten Termine am Freitag oder Samstag auszuweichen. Dann ist die Blutspendezentrale jeweils von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Patienten sollten ferner am Donnerstag möglichst auf andere Notaufnahmen ausweichen.

Im Mittelpunkt des Tarifkonflikts steht die Forderung der Arbeitnehmerseite, die Personalausstattung in den Kliniken spürbar aufzustocken und künftig systematisch gegen Unterbesetzung vorzugehen. Der Freiburger Bundestagsabgeordnete Tobias Pflüger (Die Linke) hat sich öffentlich hinter diese Forderung gestellt. Auch die Bundesregierung sei gefordert – sie solle mit Steuergeld zusätzliche Pflegekräfte finanzieren.

Verdi selbst bittet die Patienten und die Bevölkerung um Verständnis. Auch wenn es am Donnerstag zu Einschränkungen komme, gehe es langfristig um eine bessere Versorgung.